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Auf die Nerven

Missempfindungen sind eine mögliche – von unserer Autorin unerwünschte – Nebenwirkung von Chemotherapie.

10.01.22 > ,

Von Kirsten Achtelik
Illustration: Zora Asse

Wenn ich mir selbst die Fingernägel in die Haut ramme, spüre ich an vielen Stellen meines Körpers kaum etwas. Das ist bedauerlich, weil ich auf Schmerzen stehe – wenn sie mir andere während eines Plays einvernehmlich zufügen. Außerdem ist es gefährlich, weil Schmerzen Warnsignale des Körpers sind. Ohne diese merkt eins nicht, ob Wasser zu heiß oder ein Schlag zu hart ist. Diese Missempfindungen sind häufige Nebenwirkungen von Chemotherapie, der Fachbegriff dafür lautet Polyneuropathie. Sie äußert sich vor allem an

Händen und Füßen durch Kribbeln, Empfindungs- und Funktionsverlust oder Schmerzen und kann auch chronisch werden.

Die letzte Chemo hatte ich Ende Oktober. Die monatelange Therapie hat meinen aggressiven, schnell wachsenden, bösartigen Tumor in der linken Brust verkleinert. Chemo ist heilsames Gift, man nimmt teilweise heftige Nebenwirkungen in Kauf, um nicht sterben zu müssen. Einige Nebenwirkungen sind besser erforscht als andere. Zu Polyneuropathie gibt es leider kaum Wissen. Niemand kann sagen, ob die Nerven sich wieder erholen, wie lange das dauern wird und was eins dafür tun kann. Bei mir betrifft der partielle Empfindungsverlust nicht nur Hände und Füße, sondern den ganzen Körper inklusive Gesicht und erogene Zonen.

Missy Magazine 01/22, Sexkommentar
© Zora Asse[/captio…