Work Work Work: Die Epithetikerin

Sofia Koskeridou erzählt von ihrem Arbeitsalltag als Epithetikerin.

Interview: Nikita Vogler
Foto: Alexandra Polina

Wie bist du Epithetikerin geworden?
Ich war früher Zahntechnikerin. Als meine Schwester an Brustkrebs erkrankte, musste ihre Brust amputiert werden. Der chirurgische Aufbau hat nicht geklappt und sie fragte mich, ob ich ihr eine Brust bauen könnte. Ich habe Epithetiker*innen gefragt, ob sie mir das zeigen können. In der Zwischenzeit ist meine Schwester verstorben und ich habe die Idee beiseitegelegt. Doch dann bekam ich die Chance, mich zur Epithetikerin weiterzubilden, und habe sie genutzt.

Missy Magazine 02/22, Workworkwork, Sofia Koskeridou, Epithetik, Epithetikerin
© Alexandra Polina

Wie bist du dazu gekommen, Penisprothesen herzustellen?
Ich wollte immer Sonderepithesen machen, z. B. Genitalepithesen. Ein Mann hat mir per Mail geschrieben, er wolle mit mir auf ein Abenteuer gehen, das werde ich nie vergessen. Er war trans und hat eine Epithese zum Urinieren im Stehen gebraucht.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich schaue in meinen Kalender, dann arbeite ich an meinen Patienten. Ich betreue sie und je nachdem, was gebraucht wird, mache ich eine Abformung, eine Wachsanprobe oder gebe ein Infogespräch. Zwischendurch arbeite ich auch alleine an den Prothesen.

Dieser Text erschien zuerst in Missy 02/22.

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