Porträtaufnahme von Khalifa Khaled. Die Person hat graues lockiges Haar, einen grauen Vollbart, dunkle Augenbrauen und braune Augen. Sie trägt ein weißes Hemd und darüber eine dunkle Jacke.
Im September ist der Schriftsteller Khaled Khalifa verstorben. Trotz des Verbots seiner Texte in Syrien war er zu Lebzeiten die Seele der syrischen Erzählkunst – und bleibt es auch heute.
© Ekko von Schwichow

Obwohl die nationalen Medien seinen Tod ignorierten, erwachte Damaskus danach zum Leben. Auf den Straßen versammelten sich ihn Bewundernde und feierten Abschied von  Khaled Khalifa, der trotz der Verbannung seiner Werke breite Anerkennung bekam. In Damaskus schrieb er, dachte laut und kritisierte offen die Regierung – er war voll von Mut und Liebe für die Menschen und kämpfte für Freiheit. Wie kann ein Autor gleichzeitig verboten und die Seele der syrischen Erzählkunst sein?

Der syrische Schriftsteller, Drehbuchautor und Dichter Khaled Khalifa ist Ende September 2023 im Alter

von 59 Jahren verstorben. Durch die Zensur des Assad-Regimes sind seine Bücher in Syrien verboten. Oft liegen sie deshalb in Zeitungspapier eingewickelt, versteckt in den Regalen kleiner Buchhandlungen. Im Ausland, auch in Deutschland, wird er verlegt und verehrt. Seinem syrischen Zuhause blieb er treu und kehrte nach jeder Reise zurück, obwohl seine persönliche Reisefreiheit immer wieder eingeschränkt und jedes Mal nur temporär durch Genehmigungen der Diktatur zugelassen wurde. 

Sein Schaffen schöpft aus einem Realismus, der zwar hochemotional ist, aber auf sentimentale Übertreibungen verzichtet. Dabei bediente er sich Techniken, die ihm als Drehbuchautor vertraut waren, und verankerte die Narration in szenischen Darstellungen – dreist und lebendig. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Keiner betete an ihren Gräbern“, „Keine Messer in den Küchen dieser Stadt“, „Der Tod ist ein mühseliges Geschäft“ und „Zum Lob des Hasses“. In Letzterem schildert die junge, namenlose Erzählerin: …