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Pool voll Blut

Michela Flück setzt sich in ihren Bühnenbildern mit patriarchalen Gewaltsystemen auseinander.

13.09.21 > Theater

Interview: Sonja Eismann
Foto: Michela Flück

Michela wie hast du für dieses Bühnenbild recherchiert?
Der Text von Sivan Ben Yishai, der eine Auftragsarbeit für die Münchner Kammerspiele war, setzt bei der Medusa als mythologischer Figur an und schlägt dann einen riesigen Bogen bis in die Gegenwart. Es ist die Vermessung eines patriarchalen Gewaltsystems, das ständig reproduziert wird. Mir war schon beim Lesen des sehr dichten Textes, der wie eine riesige Collage aus Bezügen von der Antike bis zur Popkultur wirkt, klar, dass ich assoziativ damit arbeiten möchte. Ich verstehe diese Uraufführung wie ein Kaleidoskop, dem ich mich nicht mit einem starren Bild, sondern vielmehr mit verschiedenen Layers und Bedeutungsebenen nähern wollte. Statt akribisch die Mythologie aufzuarbeiten, habe ich mich während meines sehr breiten Rechercheprozesses gefragt: Wo sind die Stellen, an denen ich hängen bleibe? Wo möchte ich mehr in die Tiefe gehen?

Als Team tauschen wir uns in der Konzeptionsphase über das Stück wie auch über dazu passende Filme, Kunst, Literatur, Videoclips etc. aus. Sehr schnell wusste ich, dass ich mit meinem Bühnenbild dem Text bewusst etwas entgegensetzen wollte.

Missy magazine 05/21, Rolle vorwärts, Pool voll Blut
© Michela Flück

Was bedeutet das konkret?
Gemeinsam mit der Kostümbildnerin Teresa Vergho habe ich gemerkt, dass der Text in uns Unbehagen auslöst. Es ist in gewisser Weise ein harter Text, denn es geht viel um sexualisierte Gewalt. Daher exponiert er auch die Rezipient*innen total. Wir wollten diese Gewalterfahrung nicht mit einem naturalistischen Kosmos auf der Bühne reproduzieren, sondern den Text mit einer Utopie konfrontier…

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