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Langsam reicht es

Mal wieder geht im Netz so ein Text herum. Über Feminismus. Die einen klatschen Applaus, die anderen macht er rasend. Mich macht er vor allem eines: unglaublich müde.

15.12.14 > Kommentare

Von Katrin Gottschalk

Vor ein paar Monaten hatte Teresa Bücker vom feministischen Burnout geschrieben. Überschrift: #müde. Da war ich eigentlich noch ziemlich munter. Und auch, als Meredith Haaf im Juni diese weisen Worte schrieb, habe ich mich nicht beeindrucken lassen: „Wie ein Parasit hält sich eine publizistische Feminismusverbesserungs-Industrie am Leben, indem sie jene große Frage, wie die Gesellschaft gerechter werden kann, umwälzt auf die ungleich leichter zu beantwortende Frage, was am ‚Feminismus‘ unangenehm, abschreckend oder kompliziert ist.“

Debattenkultur im deutschen Medienwald: Ein Dauer-Pingpong.

Aber jetzt, jetzt bin ich vom Burnout zwar noch entfernt, aber trotzdem scheiß müde und würde alles darum geben, diesem Parasiten die Nahrungsgrundlage zu nehmen. Der vor ein paar Tagen veröffentlichte Text „Menstruationscomics, nein danke“ arbeitet sich, wie so viele andere, am Image des Feminismus ab, anstatt sich mit seinen Inhalten zu beschäftigen. Statt dessen geht es um Humor. Also einen ganz bestimmten. Wie genau der aussehen soll, ist nicht klar, aber auf jeden Fall machen es Anne Wizorek und das Missy Magazine falsch.

Ein klar formulierter Wunsch der Autorin an „den Feminismus“ ist eine „Führungsgestalt, sagen wir: eine Intellektuelle“. Es ist seltsam, wenn eine Deutsche eine „Führungsgestalt“ fordert. Aber gut. Das ist Geschmackssache, wie Humor eben. Das wirkliche Problem ist eher: Natürlich gibt es feministische Intellektuelle. Sehr viele sogar. Genau genommen gibt es gerade in Deutschland eine derartige Vielfalt an FeministInnen, die mithilfe von ein, zwei Rechercheschritten im Netz so leicht zu finden sind, wie noch nie zuvor.

Dass gerade Menschen, die sich als JournalistInnen sehen, einfach zu faul zum Recherchieren sind, stört mich als Journalistin. Und immer sind es FeministInnen, die in einer Art Bringschuld sind, ihre Inhalte ansprechend zu verkaufen, um nicht diese Massen zu verschrecken, die Gleichberechtigung an sich befürworten würden, aber sich dann doch lieber nicht dafür einsetzen, weil Feminismus so einen schlechten Ruf habe.

Seit wann muss eine politische Haltung „humorvoll“ sein? Kommt als nächstes eine Diskussion, wie „ansprechend“ Antirassismus sein sollte? Es gibt Machtstrukturen in dieser Gesellschaft, die manche bevorteilen und entsprechend andere benachteiligen. Und es gibt Menschen, die sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen – auf verschiedenen Wegen. Es gibt nicht den einen Feminismus, der die eine „Führungsgestalt“ braucht. Das gerade erschienene Buch „Feminismen heute. Positionen in Theorie und Praxis“ (transcript, 2014) bietet übrigens einen sehr guten Überblick.

All die klugen Menschen, die in diesem Buch mit Beiträgen vertreten sind, sind nicht gerade erst in Erscheinung getreten, sondern bereichern schon länger den feministischen Diskurs im deutschsprachigen Raum. Sabine Mohamed etwa mit ihren Beiträgen zu Feminismus und Rassismus, Maria Wersig mit ihrer juristischen Perspektive oder Mithu M. Sanyal mit ihren immer wieder starken Essays zu sexueller Gewalt.

In diesem Buch würde die Autorin des Zeit-Artikels auch ausreichend geistreiche Intellektuelle finden. Allerdings: Letztlich geht es der Autorin vermutlich mehr um sich, denn um Gleichberechtigung. Anstatt zu fragen: Wie kann ich eine gerechtere Gesellschaft erreichen, fragt sie: Wie können FeministInnen mich für Gleichberechtigung begeistern.

Ein Ende dieser Flut an Meinungstexten à la #UlfHaraldJanMatthias ist nicht abzusehen. Dafür laufen sie Online einfach zu gut. Und ja, auch wir sind Teil dieser Empörungsspirale, die den entsprechenden Seiten zu mehr Klickzahlen verhilft. Schließlich wollen wir ja tatsächlich mehr Menschen für feministische Themen sensibilisieren, oder zumindest ein paar Fakten klarstellen.

Und auch diese Artikel werden von denselben Medien gerne gedruckt, denn auch diese werden wiederum durch die Netzstammtische gereicht. Am Ende heißt das Debattenkultur. So beschreibt etwa ein Text in der Welt „Wie der Genderwahn deutsche Studenten tyrannisiert“ und ein anderer sagt „Professx statt Professor? So irre ist das nicht!“ Ausgewogen also. Nur die Haltung, die geht dabei verloren. Wer allen möglichen Meinungen Raum gibt,  bietet keine Orientierung an, sondern bedient einfach. Und genau darum geht es.

Den großen Medienhäusern geht der Arsch auf Grundeis. Ihre Blätter werden nicht mehr gekauft, hunderte MitarbeiterInnen müssen entlassen werden. Und auch wenn es eigentlich noch ganz gut läuft, herrscht ein diffuses Gefühl der Angst in den Redaktionsräumen. Der Grund, natürlich: das Internet, mit dem sich kein Geld verdienen lasse.

Geld verdienen im Netz heißt für viele einfach: Online-Anzeigen verkaufen. Diese funktionieren über Klickzahlen – je mehr BesucherInnen eine Seite hat, desto hochwertiger kann sie ihre Anzeigen verkaufen. Also braucht es Themen, die online gut laufen, immer wieder. Oder wie ein Blogger es erst kürzlich ausdrückte: „Gut ist, was beliebt ist und Klicks generiert.“

„Genderwahn“ und Feminismus sind seit jeher Aufregerthemen, weil sie die gesamte Gesellschaft bis ins Intimste betreffen und da das Private tatsächlich politisch ist, sich auch alle angesprochen fühlen können – und eben auch müssen. Und wer die bestehenden Machtstrukturen angreift, verärgert zwangsläufig gerade diejenigen, die von ihnen profitieren. Das sind nicht nur weiße, alte Männer, sondern auch weiße, junge Frauen. Und viele andere.

Statt diese Menschen aber mitzunehmen, Ängste aufzugreifen statt zu schüren, Meinungen zu moderieren statt hinzurotzen – was ich mir persönlich von gutem Journalismus wünschen würde –, setzen FAZ, Zeit, Welt & Co auf Polarisierung: Hass und Schmähe auf der einen, Zuspruch und Verteidigung auf der anderen Seite. Ein Dauer-Pingpong. Nur die Haltung fehlt.

Zu Recht geht gerade auf Twitter eine Coverbild-Sammlung von Spiegel und Stern herum, die zeigt, wie diese Blätter auch ihren Anteil an dem wachsenden Islamhass in unserer Gesellschaft haben.

 

Was wäre denn, wenn nicht das Internet per se Schuld an sinkenden Auflagen ist, sondern genau diese Haltungsschwierigkeiten? Wer sich anders und gezielter informieren kann, braucht nicht länger Medien konsumieren, die mal die Gesellschaft als ungerecht kritisieren und ein andermal genau diejenigen, die diese Kritik äußern.

Selbst bei Buzzfeed Deutschland, von altgediegenden JournalistInnen als „Boulevard“ belächelt, ist die politische Haltung der verantwortlichen Redaktion im Prinzip deutlicher zu erkennen, als etwa bei der Zeit. Buzzfeed Deutschland hat Beiträge über die missglückte Werbekampagne der ARD zur Toleranzwoche, eine Bildersammlung von Pegida-Gegenaktionen oder eine Liste mit sinnlos gegenderten Produkten – Stichwort: Frauenbratwurst.

Ja, es gibt auch viele alberne Listen, aber es gibt eben keine Liste über die „10 albernsten Witze, die Anne Wizorek in ihrem aktuellen Buch macht“ – obwohl diese Liste zumindest einen höheren Unterhaltungswert hätte, als der aktuelle Artikel in der Zeit mit demselben Inhalt.

Die traurige Wahrheit ist: Feminismus kann die kaputten Medienhäuser auch nicht retten. Tragt ihm das bitte nicht nach. Versucht es statt des ständigen Debatten-Loops vielleicht lieber mit Haltung und Offenheit für neue Formate. Ja, wir haben auch gerne mitdiskutiert. Aber um es mit einem Tweet zu sagen: Langsam reicht es. #JahrIn3Worten. 2014 ist kurz vorm Ausklingen – möge 2015 echte Debatten bringen. Über Inhalte statt Verpackungen.

  • Julia Seeliger

    „braucht nicht länger Medien zu konsumieren“

  • Karin Metal

    danke für diesen artikel.

  • einevonvielen

    Sich gegenseitig auf Twitter oder weniger bekannten feministischen Medien zu versichern, dass man nur in einer kleinen Gruppe von gleichgesinnten jungen Frauen mit fachlich fundierten Kenntnissen den wirklichen Durchblick hat, dabei teilweise pauschalisierend abwertend über andere Personen, die falsche Ansichten vermitteln, herzuziehen, mit Begriffen wie „mansplaining“ Männer pauschal zu beleidigen, anstatt sachliche Kritik an den einzelnen falschen Ansichten zu üben, das Feuilleton und die sichtbare Presse durch die Bank (außer der TAZ) als unbelehrbar zu brandmarken – leider bekommt man selbst als Frau, die sich feministisch bezeichnet, älteren Jahrgangs ist und das Buch von Frau Wizorek liest, den Eindruck, dass sie mit diesem Weg das Anliegen des Feminismus, nämlich eine zügige gesellschaftliche Entwicklung anzustoßen, an einigen Stellen nicht schnell genug vorantreiben. Warum sehe ich keine Demonstrationen für eine 50% Quote auf den Straßen ? Warum lese ich keine Kritik an der dämlichen Aktion der Frauen der jungen Liberalen im Mainstream ?
    Ich habe den Eindruck, dass sie keine Repräsentantin wollen, die sich als das Gesicht des jungen Feminismus zeigt. Das ist aus meiner Sicht ein rein intellektuelles Anliegen, das ich für wenig pragmatisch halte.
    Um die zu erreichen, die sich noch nie wirklich ernsthafte Gedanken um feministische Themen gemacht haben (und das sind aus meiner Sicht verdammt viele Menschen in unserer Gesellschaft) möchte ich Ihre Kommentare gerne unter den Artikeln in der Mainstream-Presse lesen und Sie in Talkshows sitzen sehen.
    Ich möchte Ihre Kritik unter dem Artikel von Frau Lühmann in der Zeit sehen und nicht nur aggressive Männer dort lesen müssen, die versuchen, Ihr Revier zu verteidigen.
    Frau Wizorek schreibt, um den eigenen Burn-Out zu verhindern, sollte man nicht jede Diskussion führen wollen, sollte man sich Gleichgesinnte suchen und durch Humor (leider teilweise auf Kosten anderer) abschalten. Ich wünsche mir aber, dass sie mehr in den meinungsmachenden Medien Diskussionsthema werden, dass sie zwar untereinander netzwerken, sich aber weniger nach außen als eingeschworene geschlossene Gesellschaft präsentieren, die nur wenigen einen Zugang gewehrt, und dass ihr Humor nicht mehr auf Kosten Anderer angewandt wird.

  • Ylvie

    Hab mich auch schon über den Text geärgert. Und zwar hier: http://nichtmaedchen.wordpress.com/2014/12/14/schade-um-die-zeit-liebe-zeit/

    (Ich bin noch recht munter!)

  • Dr McSchreck

    Es ist nicht Aufgabe einer ZEITund, Haltung zu haben, wenn es nicht gerade eine Parteizeitung wie das Neue Deutschland oder das rechte Pendant ist oder eine Klientelzeitung wie EMMA. Sondern es ist Aufgabe einer Zeitung, objektiv aus verschiedenen Perspektiven zu berichten und verschiedenen Meinungen Raum zu geben. Wem das zu anstrengend ist…

  • helga

    „Um die zu erreichen, die sich noch nie wirklich ernsthafte Gedanken um feministische Themen gemacht haben (und das sind aus meiner Sicht verdammt viele Menschen in unserer Gesellschaft) möchte ich Ihre Kommentare gerne unter den Artikeln in der Mainstream-Presse lesen und Sie in Talkshows sitzen sehen.“

    Jetzt mal Butter bei die Fische: Wie sollen junge Frauen, die wenig Kontakte zu „Mainstream-Presse“ und sicherlich keine in Talkshow-Redaktionen haben, da reinkommen? Als eine der jungen Frauen, die seit über 5 Jahren in diesen Diskussionen unterwegs und durchaus auch mal auf den prominenten Blogs, möchte ich das gerne wissen. Ab und an gibt es Radio oder Zeitungsinterviewanfragen, bei denen am Ende auch gerne mal *interessante* Spins und oft viel Hass rauskommen. Mehr nicht. Was muss ich machen, damit mich Jauch einlädt?

    „Ich möchte Ihre Kritik unter dem Artikel von Frau Lühmann in der Zeit sehen und nicht nur aggressive Männer dort lesen müssen, die versuchen, Ihr Revier zu verteidigen.“ Ebenfalls Fazit nach 5 Jahren feministischen Bloggens: Ich gehe nirgendwohin, wo ich mit Hass und Beleidigungen rechnen muss. Schon gar nicht ehrenamtlich in meiner Freizeit, ohne Anerkennung und unbezahlt.

    „dass man nur in einer kleinen Gruppe von gleichgesinnten jungen Frauen mit fachlich fundierten Kenntnissen den wirklichen Durchblick hat, dabei teilweise pauschalisierend abwertend über andere Personen, die falsche Ansichten vermitteln, herzuziehen, mit Begriffen wie “mansplaining” Männer pauschal zu beleidigen, anstatt sachliche Kritik an den einzelnen falschen Ansichten zu üben, das Feuilleton und die sichtbare Presse durch die Bank (außer der TAZ) als unbelehrbar zu brandmarken“

    Uuuund dann sind da so viele Vorurteile (pauschaler Männerhass *gähn*) und Annahmen (fachlich fundierte Kenntnisse? die stets gescholtenen Gender-Studies-Absolventinnen? nope, not me), dass das nicht mehr wie ein ernst-gemeinter Diskussionseinstieg aussieht. Sondern wie genau diese Pseudo-Interesse-Artikel, die ein Bedürfnis nach besserer Welt vorschützen um dann das Nicht-Geschehen der „Netzfeministin“, dem unbekannten Wesen vorwerfen. Try harder.

  • Sarah

    Danke für diesen Artikel!!

    @ Helga

    Nice debunked.

  • einevonvielen

    Mir war, bevor ich das Kapitel „Zwischen Fan Mail und Hate Speech“ in Frau Wizoreks Buch gelesen habe, nicht klar, in welchem unvorstellbaren Ausmaß junge Feministinnen einer männlichen Aggression im Internet ausgesetzt sind. In dieser Situation weiterhin als Aktivistin zu arbeiten, verdient den höchsten Respekt. Ich glaube auch nicht, dass z.B. eine Frau Schwarzer zu Beginn Ihrer „Karriere“ dieses Maß der Einschüchterung jemals erlebt hat.

    Mansplaining aus Wikipedia: „Annie-Rose Strasser states that the term is too easily misunderstood and misappropriated, which makes it counterproductive in calling out problematic behavior.“

    Ich möchte nur, dass Sie sich als Aktivistinnen weniger angreifbar machen. Und aus meiner Sicht (und da scheine ich nicht alleine dazustehen s.o.) macht der Begriff mansplaining sie angreifbar.

    Die Fakten sprechen für den Feminismus. Und Sie sind den Kommentatoren und vielen Journalisten in der Mainstream-Presse im Faktenwissen überlegen.

    Wenn Frau Wizorek schreibt, dass die Demo-Schilder von heute sozusagen die Smartphones und Laptops sind, dann frage ich mich, wie die Message des Feminismus am schnellsten einer großen Leserschaft nahegebracht werden kann.

    Es gibt eine Vielzahl von sehr guten Blogs, man kann sich über Twitter informieren, es gibt hervorragende leider wenig bekannte Webseiten, nur bekommt ein Großteil unserer Bevölkerung davon nicht viel mit.

    Verabreden Sie sich doch mal zu einer digitalen Demo, bei der Sie Ihr Faktenwissen mit Quellenangaben den aggressiven männlichen Kommentatoren unter einen Zeit- oder SPON-Artikel zum Thema Feminismus entgegenposten. Verzichten Sie auf Gegenaggression, benennen Sie sachlich Beleidigungen, lassen Sie sich gar nicht auf die Einschüchterungsversuche oder Diskussions-Nebenschauplätze ein. Ich denke schon, dass die Mainstream-Presse auf das reagieren wird, was in ihrem Kommentatoren-Bereich passiert.

  • Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » (Unbezahlte) Bildungsarbeit, BMX-Räder und Blabla-Diskussionen im Feuilleton – kurz verlinkt()

  • Karin

    Ich kann der grunsätzlichen Einschätzung des Artikels schon zustimmen, finde es allerdings etwas bizarr, dass Buzzfeed als Beispiel für eine klare Haltung angeführt wird. Zwar stimmt es, dass Buzzfeed sich immer mal explizit pro-feministisch äussert und ich halte das als persönliche Meinung der dort Tätigen auch für glaubhaft, andererseits erscheinen auf BUzzfeed aber auch häufiger Beiträge die etliche Genderklischees bedienen. Einer explizit pro-feministischen Haltung steht also eine implizit anti-emanzipatorische Botschaft gegenüber. Eine klare, glaubwürdige Haltung geht anders. Mir sind da Publikationen, in denen unterschiedliche Sichtweisen ausdrücklich benannt werden, deutlich lieber, weil dies der Debatte zuträglicher ist.

  • Frau Hirsch

    Ich bin für das, was diese Dame erzählt. Ein großartiges Video! https://www.youtube.com/watch?v=hg3umXU_qWc

  • Pingback: Unspaßiger Feminismus, Good Lads und weibliche Bibelgeschichten | fem*()

  • Anika

    Liebe Missy Magazine ihr kostet mir noch meine Zukunft – lese ich einen eurer Artikel muss ich leider auch den Grund fuer ihn lesen- aber diese Zeit nehme ich gerne in Kauf! Aber pfui wenn ich dann solche Artikel wie den in der Zeit lesen muss.
    Ok, das ist wird jetzt eher ein Liebesbrief an euch als ein Kommentar, aber das kann ich nicht fuer mich behalten:
    Die Kritik an eurem Magazin hat mich nur den Kopf schuetteln lassen. Ich meine – „Eine tolle Schauspielerin in einem tollen Film von einer tollen Regisseurin“ na was ist denn daran uebertrieben viel toll, ich raste aus wenn ich sowas lese, da zieht jemand die „IN“ Brille auf, geht auf „Feministinnen-Jagd“ und schlagartig denkt er/sie – hach alles nur Frauen hier und alle Adjektive nur weil da ein „IN“ dabei ist – das ist doch Quatsch mit Sosse! Wer einen Schritt weiter ist, man koennte fast sagen intellektuell weiter vielleicht, der sieht da nur – wow das klingt nach nem guten Film und als Filmfan kann ich sagen es gibt Filme mit tollen Schauspieler_innen und tollen Regisseur_innen. Wer ein Magazin jedoch nur in die Hand nimmt um das Boese zu finden, tja der uebersieht vielleicht, dass hier nicht das „IN“ den Inhalt ausmacht sondern der „INHALT“. Nein, die Missy besteht nicht nur aus Filmempfehlungen und Comics, und lustig ist sie einfach so, ohne dabei „lustiger Feminismus“ zu sein, sondern einfach weil die Artikel unglaublich gut geschrieben sind und die Themen der Hammer UND aber eben auch nicht meine Wertevorstellungen in Frage stellen! – Erst heute habe ich in der Tube Blicke auf mich gezogen als ich mich beim hakle-lady-klopapier-artikel vor lachen biegen musste. Das Missy Magazine muss kein Werbekatalog fuer Feminismus sein. Wem es nicht gefaellt der fuehlt sich vielleicht beim Sexspezial der Cosmopolitan besser aufgehoben, bitte. However – ist das kein Grund Feminist_innen und euch vorzuwerfen – sie machen einen schlechten Job, denn seit wann ist eine Einstellung eine Recruitment-Verpflichtung, sondern vielleicht hilft auch einfach mal zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die fuer ihre Werte kaempfen. Und ja dann kommen Argumente die auf queerfeministische Werte zurueckgehen, sie duerfen kritisieren, so wie ihr das duerft. Nur was besonders „interlektuell“ waere ist nicht ein „strategischer Berater“ der den Ton angibt sondern ein inhaltliches reflektieren was Feminist_innen sagen, nicht wie oder wo, sonder WAS. Und ich tippe, wer reflektiert, der nennt sich auch Feminist_in.


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